26. April 1986 Am Samstag, dem 26. April 1986 ereignete sich in Block 4 des Kernkraftwerks
Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat der bislang schwerste Reaktorunfall in der Geschichte der
friedlichen Nutzung der Atomkraft.
Auf der INES-Skala (von engl. International Nuclear Event Scale, Internationale Bewertungsskala für nukleare
Ereignisse) wurde der Unfall in Tschernobyl als bisher einziges Ereignis mit dem Höchstwert 7 (katastrophaler Unfall)
eingestuft.
Grundlegende Mängel in der Konstruktion des Reaktors sowie Planungs- und Bedienungsfehler bei einem Versuch führten zu
einem unkontrollierten Leistungsanstieg im Reaktor. Die darauf folgenden Explosionen bewirkten einen Super-GAU. Große
Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region
nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele Regionen Europas.
Schätzungen zufolge sind insgesamt etwa 4.000 Personen an den direkten oder indirekten Folgen der Reaktorkatastrophe
verstorben. Nach verschiedenen Modellrechnungen wird bis 2065 in Europa mit ungefähr 16.000 Fällen von
Schilddrüsenkrebs und 25.000 Fällen von anderen Krebsarten als Folge der Tschernobyl-bedingten Strahlenbelastung
gerechnet.
Zeitungen:
Spiegel: 5.5.86, 12.5.86, 19.5.86
Wochenpresse: 13.5.86
Kurier: 30.4.86, 1.5.86, 4.5.86, 6.5.86, 11.5.86
Kronen Zeitung: 29.4.86, 30.4.86, 1.5.86 (unvollständig), 2.5.86, 13.5.86 (unvollständig), 15.5.86, 16.5.86, 21.5.86, 25.5.86
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